Eheberatung

Eheberatung

Wie genau läuft eine Eheberatung ab?

Wie genau läuft eine Eheberatung ab?

Vor der Eheschließung kann ein Ehevertrag sinnvoll sein, kommt es während der Ehe zur Krise kann neben der gemeinsamen Kommunikation auch eine professionelle Eheberatung bei einem Eheberater, auf Englisch Marriage Counselor, bzw. eine Paartherapie eine Ehe eventuell noch retten.

Dabei sollte man keine falsche Scham davor haben sich helfen zu lassen.

Bei einer Eheberatung werden die Ursachen für die gemeinsamen Eheprobleme erörtert und man bemüht sich hierfür Lösungen zu finden.

Die Beratung hat sogar gute Erfolgsaussichten. Etwa 50% der berateten Ehepaare verspüren nach der Beratung eine Verbesserung in ihrer Ehe.

So lernen die Ehepartner in der Beratung wie man sich einander hilft und Verständnis zeigen kann. Eine mögliche Trennung kann auch die Eheberatung jedoch nicht immer verhindern.

Der Eheberater bleibt bei der Beratung stets neutral und ergreift keine Partei. Er ist vielmehr der Vermittler zwischen den verzankten Eheleuten. So achtet er stets darauf, dass beide Parteien gleich lang zu Wort kommen dürfen und niemand bevorzugt oder benachteiligt wird.

Häufig hat nur einer der beiden Partner ein Interesse an der Beratung. In vielen Fällen hilft es sogar diese dennoch durchzuführen.

Bei der Beratung lernen die Beteiligten auch ihre Forderungen an den anderen anzupassen und abzuändern. Gerade das geänderte Bild der Ehe kann Probleme mit sich bringen. So gilt sie heute weniger als Sicherung der Existenz für die Zukunft wie früher, viel mehr möchte man sich verwirklichen, aus Liebe heiraten, eine Familie mit dem Traumpartner gründen. Eigene (hohe) Erwartungen an die Ehe werden häufig enttäuscht, so dass in Deutschland etwa jede zweite Ehe nach einigen Jahren wieder geschieden wird.

Gerade in schweren Zeiten haben Paare früher mehr zueinander eingestanden, während man heute häufig eine ehrliche Kommunikation scheut und lieber den leichteren Wege einer Ehetrennung geht.

Möglichkeiten der Paartherapie

Die Paartherapie hilft dabei Verständnis für den anderen zu erlernen und gemeinsam Probleme zu bewältigen.

Die Paartherapie hilft dabei Verständnis für den anderen zu erlernen und gemeinsam Probleme zu bewältigen.

Man unterscheidet 3 verschieden Ansätze mit denen man Probleme in der Ehe lösen bzw. aufarbeiten kann.

  1. Bei dem tiefenpsychologischen Ansatz werden unbewusste Gefühlsmuster die man man in der Kindheit erlernt hat aufgearbeitet und ihre Auswirkungen auf die Ehe erörtert.
  2. Bei einer Verhaltenstherapie liegt der Schwerpunkt auf unvorteilhaften Verhaltensmuster der Partner die man durch andere Verhalten abzuändern versucht
  3. Die systemische Therapie beruht darauf die vorhanden Beziehungsprobleme zu lockern und die bisherigen Stärken und Potentiale der Bindung in den Fokus zu rücken.

Der Erfolg der Vorgehensweisen ist dabei abhängig von den individuellen Problemen und Charakteren der Ehepartner. Auch lassen sich die Methoden durch den Therapeuten kombinieren.

Man sollte bei einer Therapie in etwa mit 15 einzelnen Sitzungen rechnen. Zu Beginn wird von den Teilnehmern formuliert was sie sich von der Paartherapie erhoffen und wie sie sich die gemeinsame Zukunft vorstellen, als Paar oder getrennt? Dabei kann die Therapie auch helfen festgesetzte Verhaltensmuster zu lösen und neue Denkansätze einbringen.

Neben der psychischen Belastung bei einer Ehekrise kann es auch zu physischen kommen die meist durch die psychischen bedingt sind, also psychosomatisch. Auch sind Depressionen, Angstzustände, Suchtverhalten etc. als Folgen von Eheproblemen möglich.

Kann der Partner einem nicht die gewünschte Nähe und Liebe zeigen oder geben, kommt es häufig auch zu Seitensprüngen etc.

Wie eine Therapie helfen kann

Häufig möchte man seine eigenen Defizite mit dem Partner ausgleichen und stell zu hohe Erwartungen an ihn und wird so unglücklich vermeintlich den falschen Partner gewählt zu haben.

Ebenso wird meistens nicht ausreichend miteinander geredet und nach Lösungen für bestehende Unzufriedenheiten und Probleme zu suchen. Stattdessen feindet und giftet man sich an und macht dem anderen Vorwürfe und wird verletzend und ausfallend.

Während der Therapie erlernt man durch Ich-Formulierungen klar zu artikulieren welche Bedürfnisse man hat „Ich wünsche mir… „, „Ich sehne mich nach…“ Auch fehlt häufig das Zeigen von Interesse am anderen. So kann das Suche nach gemeinsamen Hobbies, Gestaltung der gemeinsamen Freizeit ebenso förderlich für den Verlauf der Therapie sein.

Mit Formulierung in der Du-Form werden häufig Vorwürfe gemacht „Du interessierst dich nicht für mich…“ etc.

Häufig zeigt eine Eheberatung auch auf, dass man kaum gemeinsame Zeit zusammen verbringt oder nur passiv schweigend vor dem Fernseher oder nur noch wegen gemeinsamer Kinder zusammen lebt und eigene Wünsche und Träume aufgegeben hat.

Steht die Ehe kurz vor der Scheidung oder sind die Probleme so groß geworden, dass das Paar nicht mehr mit ihnen umgehen kann, kann eine Paartherapie sehr sinnvoll sein. Durch den objektiven Berater/Moderator zwischen beiden Parteien werden einige bestehende Probleme erst deutlich ans Licht gebracht.

So kann bestehende Eifersucht, Unpünktlichkeit, zu wenig gemeinsam verbrachte Zeit, Urlaube, etc. ein Problem sein, dessen sich man mitunter nicht bewusst ist.

Die Therapie hilft den Partner Lösungsansätze für ihre Probleme zu finden und ermunter sie neue Wege gemeinsam zu gehen.

Auch lernen die Beteiligten offen über ihre Gefühle zu sprechen ohne den anderen zu verletzen. Bedürfnisse nach Nähe, mehr Zärtlichkeit usw. werden so offen vorgetragen.

Ebenso erlernt man das Annehmen von konstruktiver Kritik und blockt nicht gleich ab, wenn man etwas hört was einem nicht passt.

Dabei spielt auch die Länge der Ehe eine wichtige Rolle wie weit gewisse Verhaltensmuster sich schon stark ausgeprägt haben.

 

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