Scheidungsrate

Scheidungsrate

Die Scheidungsrate unterliegt einem gesellschaftlichen Wandel.

Die Scheidungsrate unterliegt einem gesellschaftlichen Wandel.

Mit der Scheidungsrate beschreibt das Verhältnis von Ehescheidungen und Eheschließungen.

Man unterscheidet 2 Berechnungsverfahren, bei der einfachen Scheidungsrate setzt dividiert man alle Ehescheidungen in einem bestimmten Zeitraum durch alle geschlossenen Ehen in diesem Zeitraum. Eine Scheidungsrate von 100 % würde hier bedeuten, dass alle Ehe in dem Zeitfenster wieder geschieden werden.

Nachteilig bei dieser Berechnung ist, dass man Ehe die in dem Zeitraum geschlossen, aber nicht geschieden werden nicht korrekt erfasst.

Bei der genauen Scheidungsrate hingegen berechnet man den Anteil der geschlossenen Ehen bei gleich bleibender ehedauerspezifischer Scheidungshäufigkeit die früher oder später geschieden werden. So lag 2003 die Scheidungsrate in Westdeutschland bei 43,6 % und 37,1 % in Ostdeutschland. In Österreich betrug sie 43,2 %.

Die Scheidungsrate ist starken Schwankungen unterworfen. Jedoch ist sie seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts signifikant gestiegen. Insbesondere durch Veränderungen in der Gesellschaft. So gilt im „verflixten siebten Ehejahr“ die Scheidungsrate als besonders hoch, was jedoch nicht wahr ist.

2015 wurden laut dem Statitischen Bundesamt von 400.000 neu geschlossenen Ehen 163.355 wieder geschieden, was einen negativen Rekord seit 1996 ergab.

Seit dem 17. Jahrhundert hat sich das Scheidungsrecht unabhängig von der Religion gewandelt. So gilt im Christentum eine Ehe bis zur Auflösung durch den Tod. Erstmalig wurde 1875 durch das Personenstandsgesetzt eine ständige Trennung zwischen Bett und Tisch als Scheidungsgrund anerkannt.

1900 trat das BGB in Kraft und die Scheidungsgründe wurden auf Geisteskrankheit und grobe Verfehlung begrenzt. Es trat das Zerrüttungsprinzip anstelle des Verschuldungsprinzip im Jahr 1976.

So kann eine Ehe schon bei einer Zerrüttung und nicht erst bei Verschulden aufgelöst werden, was die Scheidungsrate auch anhob.

Durchschnittliche Dauer einer Ehe

Deutsche Ehen halten im Schnitt 15 Jahre.

Deutsche Ehen halten im Schnitt 15 Jahre.

Im Schnitt halten Ehen rund 15 Jahre. Jede 6. Scheidung erfolgt erst nach 25 Ehejahren. Das Durchschnittsalter der Frauen bei der Scheidung liegt bei 43,7 Jahren und das der Männer bei 46,7 Jahren.

Abhängig von der Region schwankt die Scheidungsrate ebenfalls stark. Häufig initiieren Frauen die Scheidung. So waren es im Jahr 2015 51,3 % der Frauen die die Scheidung einreichten. In nur 40,1 % waren es die Männer und in 8 % kam es zu einer einvernehmlichen Scheidung. Interessant ist auch, dass häufig Kinder in Mitleidenschaft gezogen werden, so waren im Jahr 2016 rund 132.000 Kinder unter 18 Jahren mit von der Scheidung der Eltern betroffen als sogenannte „Scheidungskinder“.

Durch ein verändertes Verständnis der Ehe unterliegt auch die Scheidungsrate einem Wandel. Ebenso ist die Möglichkeit durch Eheverträge gegeben schon vor der Schließung der Ehe deren Scheidung genau zu regeln.

Auch durch die zunehmende Erwerbstätigkeit von Frauen ist das Versorgungsprinzip der Ehe von geringerer Bedeutung geworden. Die Emanzipation der Frau und auch gewachsenen Erwartungen an eine Ehe führen dazu, dass Ehen häufiger wieder geschieden werden, wenn die erhofften Wünsche nicht erreicht werden.

Häufig wird auch nur noch auf dem Standesamt und nicht kirchlich geheiratete, was beispielsweise bei einer katholischen Hochzeit die Scheidung deutlich vereinfacht.

Vielmehr sind heute Ehen Zwecksgemeinschaften als Gemeinschaften zur Versorgung. Nicht zuletzt werden sie auch aus steuerlichen Gründen geschlossen oder man trennt sich sobald die Kinder aus dem Haus sind, da man etwas im Leben nachholen möchte von dem man befürchte es verpasst zu haben. Der Gedanke der Selbstverwirklichung rückt so verstärkt in den Mittelpunkt anstelle des klassischen Familienkonzeptes.

Mitunter wird eine Ehe auch nur aufrecht erhalten, um den sozialen Schein nach außen hin zu wahren oder der gemeinsamen Kinder wegen.

Im Guinness-Buch der Rekorde wurde im Jahr 2011 die längste bekannte Ehe mit 86 Jahren angegeben.

Hochzeitstage

Die Jährung von Hochzeiten wird gesondert gefeiert.

Die Jährung von Hochzeiten wird gesondert gefeiert.

Hochzeitstage sind Jahrestage der Hochzeit, also Hochzeitsjubiläen. Abhängig von der Dauer gibt es unterschiedliche Bezeichnungen für sie. Schon im 19. Jahrhundert spielten Silberhochzeit mit 25 Jahren, Goldene Hochzeit mit 50 Jahren und Diamantene Hochzeit mit 60 Jahren eine wichtige Rolle. Es gab schon 1600 erste Goldene Hochzeiten.

Abhängig von der Länge der Ehe werden unterschiedliche Hochzeitstage gefeiert so gibt es nach den Jahren der gemeinsamen Ehe:

  • 1 – Papierende Hochzeit
  • 2 – Baumwollne Hochzeit
  • 3 – Lederne Hochzeit
  • 4 – Seidene Hochzeit
  • 5 – Hölzerne Hochzeit
  • 10 – Rosenhochzeit
  • 12,5 – Petersilienhochzeit
  • 15 – Kristallhochzeit
  • 20 – Porzellanhochzeit
  • 25 – Silberne Hochzeit
  • 30 – Perlenhochzeit
  • 35 – Leinenhochzeit
  • 40 – Rubinhochzeit
  • 45 – Messinghochzeit
  • 50 – Goldene Hochzeit
  • 55 – Platinhochzeit
  • 60 – Diamanthochzeit
  • 65 – Eiserne Hochzeit
  • 70 – Gnadenhochzeit
  • 75 – Kronjuwelenhochzeit
  • 80 – Eichenhochzeit
  • 85 – Engelshochzeit
  • 90 – Marmorhochzeit
  • 100 – Himmelshochzeit

So heißt es in einem Witz „Ich bin schon 15 Jahre verheiratet“ – Darauf der andere „Und wie lange musst du noch?“

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